Die Brühtemperatur beim Espresso wird an der Brühgruppe gemessen, und sie gehört zu den wenigen Variablen, die viele Haushaltsmaschinen nicht einstellen lassen.
Nach Röstgrad
Hell — 94 bis 96 °C. Dicht und schwer zu extrahieren; zu kühles Wasser gibt saure, dünne Bezüge. Mittel — 92 bis 94 °C. Der Normalfall. Dunkel — 88 bis 92 °C. Extrahiert leicht und wird darüber aschig und bitter.
Warum das beim Espresso mehr zählt
Die Extraktion dauert 25 Sekunden. Es bleibt keine Zeit, ein Temperaturdefizit auszugleichen — anders als bei einer vierminütigen Immersion.
Eine Maschine, die mit 88 °C brüht, macht keinen guten Espresso aus heller Röstung, bei keinem Mahlgrad.
Maschinen ohne Regelung
Einkreiser mit Thermostat schwanken um mehrere Grad um den Sollwert. Temperature Surfing — den Bezug relativ zum Heizzyklus zu timen — ist der klassische Behelf und wirkt tatsächlich.
Ein PID-Kit ersetzt den Thermostaten durch einen Regler, der den Sollwert auf etwa ein halbes Grad hält. Es ist der lohnendste Umbau an einer Gaggia Classic und Ähnlichem.
Thermoblocks heizen auf Abruf und sind während des Bezugs meist weniger stabil.
Aufheizen
Zwanzig bis dreißig Minuten, nicht die drei Minuten, die die Bereitschaftslampe suggeriert. Brühgruppe und Siebträger sind große Messingklötze, die erst ins Gleichgewicht kommen müssen.
Spülen
Bei Wärmetauschern ist ein Kühlspülen vor dem Bezug Pflicht — das Wasser in der Brühgruppe ist weit heißer als der Sollwert.
Zuletzt geprüft: 9. August 2026