Ein Microlot ist eine kleine Kaffeemenge, die beim Pflücken, bei der Aufbereitung und beim Schälen getrennt gehalten wird, weil sie eigenständig genug ist, um den Aufwand zu rechtfertigen.
Was „getrennt“ heißt
Normalerweise wird der Ertrag eines Betriebs zu großen, einheitlichen Partien zusammengeführt. Ein Microlot kann ein einzelnes Feld sein, die Ernte eines einzigen Tages, eine einzelne Varietät oder ein einzelner Fermentationstank.
Es getrennt zu halten ist teuer — eigene Trockenbeete, eigene Säcke, eigener Papierkram — und wird deshalb nur gemacht, wenn der Kaffee es rechtfertigt.
Die Größe
Von ein paar Säcken bis zu ein paar Dutzend. Es gibt keine formale Definition, und das ist Teil des Problems.
Warum sie mehr kosten
Kleine Menge, mehr Arbeit, mehr Risiko und meist konkurrierende Gebote. Bei Microlots entstehen die extremen Preise — eine Auktionspartie Panama Geisha kann vierstellige Beträge pro Kilo erreichen.
Der ehrliche Vorbehalt
Der Begriff ist nicht geschützt. Jeder darf „Microlot“ auf eine Tüte schreiben. Bedeutung bekommt er erst durch das Drumherum: Betriebsname, Varietät, Höhenlage, Erntedatum, Partienummer.
Ein Microlot ohne nachvollziehbare Angaben ist ein Werbewort.
Sollten Sie einen kaufen
Für Filter gelegentlich, als Experiment — dort steckt der ungewöhnlichste Kaffee.
Für den täglichen Milchespresso selten. Milch bügelt genau die Feinheit weg, für die Sie bezahlt haben.
Zuletzt geprüft: 9. August 2026