Ein Marocchino ist ein kleines Glas, innen mit Kakaopulver bestäubt, darauf ein einfacher Espresso, ein Löffel Milchschaum und noch einmal Kakao.
Er stammt aus Alessandria im Piemont, wo er der Überlieferung nach in der Bar Carpano entstand. Der Name meint die Farbe, nicht Marokko — einen Lederton, der damals in Norditalien in Mode war.
Warum er besser ist, als er klingt
Der Kakao kommt zuerst ans Glas, der Espresso löst ihn also im Durchlaufen auf, statt dass er als Pulver obenauf liegt. Der Schaum ist ein Löffel, kein Milchkännchen. Und das Ganze hat Espressogröße.
Heraus kommt ein Kaffee mit Schokoladennote, kein Schokoladengetränk mit Kaffee darin — das Gegenteil eines Mocha, im guten Sinn.
So machen Sie einen
Bestäuben Sie ein kleines Glas innen mit Kakao. Ziehen Sie einen einfachen Espresso hinein. Geben Sie einen Löffel gut texturierten Milchschaum darauf. Zum Schluss noch einmal Kakao.
Manche Varianten im Piemont legen statt Kakao eine Schicht Gianduja — die lokale Haselnussschokolade — in den Boden. Wenn Sie welche bekommen: unbedingt ausprobieren.
Regionale Varianten
In Alessandria selbst hält man sich strenger an Glas und Schichtung. Sonst im Piemont und in der Lombardei finden Sie Versionen mit mehr Milch, näher an einem kleinen Cappuccino mit Schokolade.
Wer in Süditalien einen Marocchino bestellt, erntet vielleicht einen ratlosen Blick oder bekommt etwas ganz anderes — es ist wirklich eine norditalienische Spezialität.
Fragen, die wirklich gestellt werden
Ist ein Marocchino dasselbe wie ein Mocha?
Nein. Ein Mocha ist ein großes Milchgetränk mit eingerührter Schokolade. Ein Marocchino hat Espressogröße und kommt im kleinen Glas: Kakao ans Glas gestäubt, Espresso darauf, ein Löffel Schaum und noch einmal Kakao obenauf. Viel stärker vom Kaffee geprägt.
Warum trägt er einen marokkanischen Namen?
Die übliche Erklärung ist die Farbe — das Getränk erinnerte an einen Lederton aus Marokko, der damals im Piemont in Mode war. Am Rezept ist nichts marokkanisch.