Feinanteile sind die sehr kleinen Partikel, die neben dem gewünschten Mahlgrad entstehen. Jede Mühle erzeugt sie. Die Frage ist nur, wie viele.
Warum sie zählen
Die Extraktion hängt von der Oberfläche ab. Ein feines Partikel extrahiert fast sofort und läuft dann weiter in die Bitterkeit, während ein grober Brocken noch kaum begonnen hat. Ein Mahlgut mit vielen Feinanteilen liefert Überextraktion und Unterextraktion in derselben Tasse.
Wo sie helfen
Espresso. Feinanteile erzeugen Fließwiderstand und Körper. Ein Bezug ganz ohne sie liefe zu schnell und bliebe dünn. Auch deshalb ist das Kegelmahlwerk, das mehr Feinanteile erzeugt, im Espresso traditionell.
Wo sie schaden
French Press. Ein Metallsieb hält sie nicht zurück. Sie landen als Satz in der Tasse und extrahieren dort weiter — deshalb schmeckt die zweite Hälfte einer Kanne schärfer.
Handaufguss. Sie wandern nach unten, verstopfen das Kaffeebett und bremsen den Durchlauf, der dann ungleichmäßig wird.
Weniger davon
Vor allem eine bessere Mühle. Qualität und Ausrichtung des Mahlwerks bestimmen den Anteil an Feinanteilen stärker als alles andere. Sieben ist möglich und mühsam. Gröber mahlen reduziert sie etwas.
Bohnen vor dem Mahlen einzufrieren senkt den Anteil messbar, weil kalter Kaffee sauberer bricht.
Zuletzt geprüft: 9. August 2026