Sul de Minas — der Süden von Minas Gerais — liefert rund ein Drittel des brasilianischen Kaffees und ist damit gemessen am Volumen eine der größten Kaffeeregionen der Welt.
Die Landschaft
Sanfte Hügel zwischen 700 und 1.200 Metern, kühler als der Cerrado und mit abwechslungsreicherem Gelände. Die Betriebe reichen von riesigen Gütern bis zu wirklich kleinen Höfen; je nach Hangneigung wird von Hand oder maschinell gepflückt.
Das Profil
Süß, nussig, mild. Erdnuss, Vollmilchschokolade, Karamell, wenig Säure, mittlerer Körper. Das ist der Geschmack, den die meisten im Kopf haben, wenn sie ohne weiteres Nachdenken an „Kaffee“ denken — schlicht, weil so viel Kaffee der Welt von hier kommt.
Undramatisch, und das ist kein Vorwurf: Genau die Milde macht ihn als Basis und als Alltagstasse brauchbar.
Die Qualitätsspanne
Der Name deckt eine enorme Bandbreite ab. Massenlots für Supermarkt-Blends stehen neben sorgfältig aufbereiteten Gutskaffees, die international mithalten.
Der Regionsname sagt Ihnen wenig. Der Name der Farm sagt Ihnen viel. Wenn Sie brasilianischen Spezialitätenkaffee kaufen, achten Sie auf eine benannte Fazenda und eine Angabe zur Aufbereitung.
Aufbereitung
Natural und Pulped Natural dominieren, wie in ganz Brasilien — dank einer verlässlich trockenen Erntezeit.
Zubereitung
Ausgezeichnet als Espresso, allein oder im Blend, weil Körper und Süße durch Milch tragen. Als Batch Brew ist er bequem und gutmütig: ein guter Alltagsfilterkaffee, der keine Aufmerksamkeit einfordert.
Mittlere Röstung. Sehr hell geröstet wirkt er flach, weil es weniger Säure freizulegen gibt als bei einem Kenianer oder Äthiopier.