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Warum mahlen verschiedene Bohnen bei gleicher Einstellung unterschiedlich?

Dichte und Restfeuchte. Helle Röstungen sind dicht und hart, dunkle sind spröde und zerfallen zu Feinanteil.

Dieselbe Einstellung an der Mühle liefert bei unterschiedlichen Bohnen tatsächlich unterschiedliches Mahlgut.

Dichte

Helle Röstungen sind dichter. Weniger von der Struktur der Bohne ist aufgebrochen, sie setzt dem Mahlwerk mehr Widerstand entgegen und bricht anders.

Dunkle Röstungen sind spröde und porös. Sie zerspringen leicht und erzeugen bei gleicher Einstellung mehr Feinanteil.

Was das in der Praxis bedeutet

Wer von einer dunklen auf eine helle Röstung wechselt, muss meist feiner mahlen — die helle Röstung ergibt bei gleichem Mahlspalt effektiv ein gröberes Mahlgut, und sie lässt sich ohnehin schwerer extrahieren.

Restfeuchte

Frischer Kaffee enthält mehr Feuchtigkeit. Mit dem Alter trocknet er leicht nach und mahlt etwas feiner.

Auch deshalb muss eine Packung über ihre Lebensdauer hinweg neu eingestellt werden.

Luftfeuchtigkeit

Kaffee ist hygroskopisch. An einem feuchten Tag nimmt er Wasser auf, mahlt etwas anders und extrahiert langsamer.

Der Effekt ist real, und er erklärt Bezüge, die ohne erkennbaren Grund zu lang laufen.

Aufbereitung

Naturals sind bei gleichem Röstgrad oft etwas weicher als gewaschene Kaffees und können minimal feiner mahlen.

Entkoffeinierter Kaffee ist ein Sonderfall: Die Entkoffeinierung macht die Bohne poröser und spröder, sie mahlt spürbar feiner und extrahiert schneller. Starten Sie eine Stufe gröber als sonst.

Die Konsequenz

Rechnen Sie bei jeder neuen Packung mit dem Neueinstellen. Das ist kein Versagen Ihrer Mühle und keines Ihrer Technik — der Kaffee ist einfach ein anderer.

Zwei bis drei Bezüge reichen normalerweise.

Zuletzt geprüft: 9. August 2026