Monsooned Malabar ist einer der wenigen Kaffees, die sich vollständig über die Nachbehandlung definieren. Er verdankt seine Existenz einem Transportzufall der Geschichte.
Die Herkunft
Rohkaffee, der auf Segelschiffen von Indien nach Europa ging, lag monatelang in feuchten Laderäumen. Er kam aufgequollen, blass und weich an. Als Dampfschiffe und moderne Verpackungen diese Feuchtigkeit beseitigten, beschwerten sich die europäischen Käufer — sie hatten den gealterten Charakter lieben gelernt.
Also begannen indische Produzenten, ihn absichtlich nachzubauen.
Das Verfahren
Nach der normalen Aufbereitung wird der Rohkaffee während des Südwestmonsuns von Juni bis September in offenen Lagerhallen an der Malabarküste ausgebreitet und zwölf bis sechzehn Wochen lang dem feuchten Wind ausgesetzt.
Er wird immer wieder geharkt, gewendet und umgesackt. Die Bohnen ziehen Feuchtigkeit, quellen auf fast das Doppelte und verfärben sich von Grün zu blassem Gold.
Das Ergebnis
Praktisch keine Säure, sehr schwerer Körper und ein erdiger, muffiger, würziger Charakter mit Tabak und Nuss.
Das ist wirklich ungewöhnlich und spaltet die Meinungen. Im Spezialitätensegment mag man ihn oft nicht; in Espressomischungen hat er eine treue Anhängerschaft, weil Körper und fehlende Säure dort nützlich sind.
Zubereitung
Espresso oder ein schwerer Immersionsaufguss. Mittlere bis dunkle Röstung. Ein Handaufguss verschenkt ihn — es gibt keine Säure, die ein klarer Kaffeebereiter zeigen könnte.