Bei der Milchsäureaufbereitung wird die Fermentation so gesteuert, dass Milchsäurebakterien dominieren statt Hefen — dieselben Organismen, die für Joghurt, Sauerkraut und Sauerteig zuständig sind.
Wie es gemacht wird
Durch begrenzten Sauerstoff und kontrollierte Temperatur schaffen Produzenten Bedingungen, unter denen Milchsäurebakterien andere Mikroben verdrängen. Manchmal werden Kulturen direkt zugesetzt.
Die Fermentation läuft in der Regel lang und kühl.
Das Ergebnis
Eine markante cremige, milchige Süße — Joghurt, Kondensmilch, manchmal eine herzhafte Kante — dazu intensive tropische Frucht.
Das unterscheidet sich klar von anaerober oder karbonischer Aufbereitung und ist wiedererkennbar, sobald man ein paar davon probiert hat.
Warum es funktioniert
Milchsäure wirkt am Gaumen weicher und runder als die Essigsäure, die eine unkontrollierte Fermentation prägt. Wer das mikrobielle Gleichgewicht verschiebt, verschiebt das Säureprofil — und damit den gesamten Charakter der Tasse.
Das Risiko
Schlecht kontrolliert wird auch die Milchsäurefermentation sauer und essigartig wie jede andere. Die nötige Präzision ist der Grund, warum solche Partien teuer sind.
Woher es kommt
Vor allem aus Kolumbien und Costa Rica, wobei sich die Technik schnell verbreitet.
Zubereitung
Filter, sehr helle Röstung. Die Cremigkeit zeigt sich auch im Immersionsbereiter gut.