Sumatra Mandheling ist der klassische Kaffee Indonesiens — und die umstrittenste Herkunft in dieser Enzyklopädie. Man liebt ihn oder findet ihn untrinkbar. Beide Reaktionen sind nachvollziehbar.
Das Profil
Sehr wenig Säure, schwerer, sirupartiger Körper und ein herzhafter, erdiger Charakter: Zeder, Tabak, Waldboden, Kräuter, manchmal eine Note von grünem Pfeffer. Darunter Schokolade und Trockenfrucht.
So schmeckt sonst nichts.
Woher das kommt
Nicht von säurehemmender Höhe und nicht von einer besonderen Varietät, sondern vom Wet Hulling — giling basah —, einem Verfahren, das es fast nirgendwo sonst gibt. Die Pergamenthaut wird bei 30 bis 50 Prozent Restfeuchte abgezogen, und die nackte Bohne trocknet ungeschützt fertig.
Genau diese Freilegung erzeugt das Profil. Man sieht es den Bohnen an: dunkles Blaugrün statt blassem Jade.
Der Name
Mandheling bezeichnet das Volk der Mandailing im Norden Sumatras, keine klar umrissene Region. Es ist eine Handelsbezeichnung für Wet Hulled Kaffee aus Nordsumatra — entsprechend weit gefasst und uneinheitlich verwendet.
Gayo aus dem Hochland von Aceh ist der verwandte, oft sauberer schmeckende Nachbar.
Gleichmäßigkeit
Wet Hulling läuft dichter am Abgrund als jedes andere traditionelle Verfahren. Zwischen komplex-erdig und muffig liegt wenig, und die Unterschiede von Partie zu Partie sind groß.
Zubereitung
Vollimmersion passt: French Press, AeroPress, Batch Brew. Der Körper ist der Punkt, und bei so wenig Säure nimmt ein Papierfilter mehr weg, als er bringt.
Traditionell ist er außerdem das Rückgrat dunkler Espressomischungen — seine Schwere trägt durch Milch wie kaum etwas anderes.